Archiv

Name: FinanzenTomate Eingetragen am 07.11.2004 um 16:26:15
Homepage: http://finanzentomate.blogspot.com/
Sehr geehrter Herr Dr. Wozniewski,
Sie haben auf Ihrer Internet-Seite " Foren zu den politischen Schriften " eine Anmerkung geschrieben, daß es möglicherweise einige Forenteilnehmer gibt, die für " Meinungspflege in den Foren " bezahlt werden. Haben Sie dazu nähere Informationen? Ich selbst bin davon überzeugt, daß die öffentliche Meinung in den vergangenen Jahren in den Tageszeitungen und im Fernsehen durch bestimmte Gruppen manipuliert wurde. Ich halte Ihre These, daß bestimmte Meinungen in den Foren gepflegt werden, für ohne weiteres wahrscheinlich, auch wenn ich diesen Vorwurf in Bezug auf Internet-Foren bisher noch nicht gehört habe.
Durch einen Zufall habe ich kürzlich einem Diskussionsstrang über den modernerem Feudalismus/Schwarzarbeit im Spiegel-Forum gelesen. Ich bin auf diesen Diskussionsstrang gelangt, weil ich in meinen Google-Alerts den Begriff " modernerem Feudalismus " eingegeben hatte, weil mich dieses Thema sehr interessiert. Mir ist aufgefallen, daß alle Antworten, die sich auf Ihren Beitrag bezogen haben, gegen Ihre These des modernerem Feudalismus gerichtet waren. Wenn ich mich richtig erinnere, dann waren es drei Antworten, die Ihrer These ablehnend gegenüber standen. Für mich ist das ein Indiz, daß es möglich ist, daß bestimmte Personen in den Foren eine bestimmte Meinung (hier der moderne Feudalismus) klein halten wollen. Natürlich kann es auch Zufall sein, aber ehrlich gesagt glaube ich das nicht. Ich gehe davon aus, daß die Diskussionen in einigen Foren gezielt beeinflußt werden, aber beweisen kann ich das natürlich nicht. Aber dies ist ein Grund für mich, nicht in den Foren der Parteien, Tageszeitungen, Fernsehsender mitzudiskutieren, weil mir so etwas keinen Spaß macht.
Bisher habe ich noch kein wirkliches Gegen-Argument zu Ihren Thesen gefunden. Der " moderne Feudalismus " scheint nach meiner Überzeugung tatsächlich das wichtigste gegenwärtige wirtschaftliche Problem in der Bundesrepublik Deutschland zu sein.
Viele Grüße aus Bonn
FinanzenTomate (alias Finanzknigge)

Name: FinanzenTomate Eingetragen am 20.10.2004 um 16:05:56
Homepage: -
Seit kurzem wird der "Moderne Feudalismus" auch im Attac-Forum diskutiert: http://www.attac.de/forum/viewtopic.php?p=25933#25933
Viele Grüße

Name: Burkhardt Brinkmann Eingetragen am 12.10.2004 um 21:02:48
Homepage: http://www.beltwild.de/rentenreich.htm
Da glaubt man nun, man hätte sich über die Wirtschaft und die aktuellen Probleme ein wenig informiert und Zutreffendes darüber geschrieben (s. meine o. a. Webs.) - und dann trifft man auf die Homepage von Dr. Wozniewski und wird von der erschlagenden Materialfülle mal wieder mit dem eigenen "scio nescio" konfrontiert ... :-)

Name: Gisela Philipp Eingetragen am 04.10.2004 um 15:48:13
Homepage: -
Ich muß schon Sagen,Ihre Seite ist sehr aufschlußreich alle Achtung.
Gruß G.Philipp

Name: carla braun Eingetragen am 04.08.2004 um 22:54:09
Homepage: -
Sehr geehrter Herr Dr. Wozniewski,
da ich erst seit wenigen Tagen einen eigenen I-Net-Anschluß besitze u. auch noch nicht so gut damit umgehen kann, mich aber für die in Ihrem Forum (und anderen politischen Foren)vorgestellten Themen sehr interessiere (man kann ja schon lange nicht mehr ruhig schlafen), bin ich begeistert von den interessanten Beiträgen u. auch den Zuschriften dazu (zu 99%). Ich selbst kann nicht auf ein derartiges Wissenspotential verweisen, kann also zur "Bewußtseinserweiterung", was diese Thematik anbetrifft, nicht in dem (ich lese seit 4 Std.!!!)gelesenen Umfang beitragen. Aber ich möchte etwas tun, um Ihre (und andere) lesenswerte Beiträge zu verbreiten, weil ich sie für wichtige Aussagen halte. Sie müssen einer breiten Öffentlichkeit bekanntgemacht werden. Ich war in den letzten Wochen oft sehr verzweifelt, wenn ich mir vorgestellt habe, daß ich wg. H. IV aus meiner Wohnung ausziehen muß. Aber diese vielen klugen Gedanken hier (auch von den vielen Gästen) machen mir wieder Mut, daß eine Gesellschaft doch auch immer Menschen hervorbringt, die das Kämpfen gegen Windmühlenflügel nicht abschreckt, weil ihr Gerechtigkeitssinn das einfach von ihnen fordert. Zu diesen zähle ich mich auch u. ich werde deshalb alles Mögliche dafür tun, um mich gegen Unrecht zur Wehr zu setzen.
MfG
C. Braun

Name: Buschendorf, Klaus Eingetragen am 04.05.2004 um 09:00:21
Homepage: -
Sehr geehrter Dr. Wozniewski,

mit großem Interesse habe ich Ihre Schriften gelesen. Sie wurden mir in Gewerkschaftskreisen empfohlen.
Mich erstaunen die genauen Berechnungen, sie wirken auf mich als Laien außerordentlich überzeugend. Ich habe selbst eigene gesellschaftliche Schlußfolgerungen gezogen und sie in einer Glosse formuliert (Eine kleine Steuerspielerei). Leider klappte die E-Mail-Adresse meudalismus@dr.-wo.de nicht, so dass ich sie nicht anhängen konnte.
Ich sehe das Problem im Ändern des gegenwärtigen Zustandes.
Im derzeitigen Parteien- und Organisationsspektrum sehe ich niemand, den solches Wissen auch nur interessiert, geschweige denn jemand, der gewillt wäre, danach zu handeln. Überall auf der Ebene von Wirtschaftsverbänden und der Regierung profiliert sich Kurzsichtigkeit, eigentlich gesamtgesellschaftliche Dummheit, denn die, die sich zum Sprecher machen aus diesen Kreisen, graben sich langfristig die eigene Grube mit den von ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen (Billiglohn usw.). Sie vernichten ja Käufer, die ihre Produkte kaufen sollen. Und das nur zu dem Zweck, in der Hackordnung der Superreichen einige Plätze höher zu gelangen.
Umfassender habe ich versucht, solche Probleme in einem kleinen Bändchen mit 20 Episoden darzustellen, erschienen beim Verlag BoD, "Filosofische Märchen" www.bod.de . Die Ergebnisse Ihrer wie meiner Überlegungen beurteile ich leidersehr pessimistisch. Ändert sich diese Gesellschaft nicht, werden wir uns als biologische Art Mensch von diesem Planeten verabschieden. Nur die Art und Weise ist noch offen. Das wäre der Endpunkt der jetzt ach so hoch gelobten Form der "Globalisierung".
Wo also ist die Kraft in der Gesellschaft, die solche Weitsicht in praktisches Handeln umsetzt? Wer käme als Ansprechpartner in Betracht, sie zu wecken? Vielleicht haben Sie schon Vorstelllungen darüber. Ich bin auf der Suche.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Buschendorf

Name: Kurt Klemm Eingetragen am 29.04.2004 um 19:18:23
Homepage: -
Hallo Doc,
gratuliere zu den bemerkenswerten
Reflexionen Ihrer Initiative!
Da sind ja endlich auch politische
und erstaunlicherweise auch gesellschaftspolitische Schwergewichte dabei.
Die Faktensammlung wäre noch aussagekräftiger, wenn sie mit der Vermögens- und Einkommenssituation unserer vergleichbarer EU-
Partner angereichert würde. Gibts dazu statistische Quellen?

Mit herzlichem Dank und ebensolchem Gruß

Kurt Klemm

Name: Richard Eingetragen am 19.03.2004 um 15:12:14
Homepage: -
Was geht noch in Deutschland ?
Interessante Thesen, denen ich hier begegne.
Allerdings, wenn ich als zu den Unvermoegenden gehoerend, daraus eine Logik fuer mich ableiten soll, heisst das ja dann wohl: Auf zum Sozialamt! Aus eigener Kraft habe ich offensichtlich ohnehin keine Chance, der Misere in ein gesichertes und leichtgeplostertes Dasein am Ende meines Daseins zu entfliehen, zumal der unsinnige Versuch als Ossi-Unternehmer in den Neuen Bundeslaendern auch noch die ohnehin schon schmale Substanz gekostet hat. Wenn dem so ist, ich hab es so langsam geahnt, aber Sie haben es ausgesprochen, dann muss ich mir doch wohl nicht den Tag auch noch mit Arbeit versauen, richtig?
Gibt es diesem Argument etwas entgegen zusetzen?
Vielleicht mit der Ahnung einer Antwort auf die eingangs erwaehnte Frage?
Bitte vertroesten Sie nicht auf politische Veraenderungen, die sind in unserer verkrusteten Spezl-Politik nur mit einer Revolution zu erreichen, und wer sollte die Deutschen diesmal (wie allemal zuvor) aus dem Ausland dazu anstiften?
Ihrer Nachricht per E-Mail sieht gern entgegen und verbleibt mit freundlichem Gruss
Richard

Name: Christine Fuerstenfelder Eingetragen am 14.03.2004 um 21:06:35
Homepage: -
Sehr geehrter Herr D. Wo...,ich bin nur eine einfache Hausfrau ohne Abitur.
Ihre Meudalismus-Site gefällt mir.Gefunden habe ich sie durch einen Link auf der Hompage von Herrn Egon W. Kreutzer, der sich wie Sie mit der Crux in unserem Deutschland befasst.
Sie bestätigen viele meiner Gedanken.
Ich bin gewiss nicht neidisch,schon garnicht auf Menschen, die mit ihrer Hände oder Geistesarbeit ehrlich ihr Geld verdienen. Manchmal kann man ja durch eigene Arbeit reich werden, nicht unbedingt nur durch die Mitarbeit seiner Mitmenschen. Wenn doch und man sie dann gerechterweise am gemeinsam erarbeiteten Wohlstand durch Unternehmens/Firmenbeteiligung teilhaben läßt könnten alle ihr auskommen haben.Dann könnten einzelne Leute auch garnicht soviel Vermögen anhäufen. ( Braucht eine vierköpfige Familie mehr als eine Milliarde zum Leben, für ein Leben, das im Schnitt 85 Jahre währt???? ) Beteiligungen setzen für mich immer Mitverantwortung voraus. Menschen die Verantwortung tragen sind kreativ,produktiv,fleißig, machen selten Fehler. Diese Erfahrung habe ich bei der Erziehung meiner beiden Söhne gemacht. Haushalt, Familie, Kindererziehung sind auch ein kleines Unternehmen.
Ein Staat ist natürlich vielschichtiger als ein kleiner Haushalt, doch das Prinzip ist dasselbe. Unsere Kinder hatten nicht alles, aber vieles. Sie waren immer zufrieden. Der ältere hat einen guten Beruf und verdient seinen Lebensunterhalt selbst. Der jüngere befindet sich noch in der Ausbildung, kommt gut mit seinem Lehrlingslohn zurecht.Beide sind ordentliche Jungs und tragen, nach ihren finanziellen Möglichkeiten zum funktionieren unseres gemeinsamen Haushalts bei.( Stromkosten,Wassergeld,Heizung ) Dafür haben mein Mann und ich in fleißiger, fürsorglicher Arbeit gesorgt. So wie ein Staat die Rahmenbedingungen für sein Volk schafft. Die Menschen aus dem Volk, die Unternehmer werden wollen, finden Unterstützung und Hilfe beim Hausvater Staat, sowie Kinder bei ihren Eltern. Sofern das neue Unternehmen selbstständig ist, kommt es für seine Belange selbst auf und hilft mit einem gewissen Betrag die Staatskosten zu tragen, so wie unsere Kinder, wenn sie mit unter unserem Dach leben, sich an den Haushaltskosten beteiligen. Mein Mann und ich können nicht mit knapp vierzehnhundert Euro monatlich alle Kosten alleine bestreiten.Das wollen wir auch nicht. Wir möchten auch mal ins Kino oder mal ein Buch kaufen, bescheidene Kleinigkeiten. Leider beteiligen sich heute die großen Unternehmen nicht mehr an den Haushaltskosten des Staates. Sprich Steuern Zahlen. Die Ausrede heißt: Die Haushaltskosten wären zu hoch.(Soziale Kosten) Aber die guten Rahmenbedingungen, die der Hausvater Staat bietet, die werden ganz selbstverständlich in Anspruch genommem.( Subventionen)Auch die Steuergroschen, die Vater Staat an die Bürger zahlt, fließen als Einnahmen wieder an die (Groß)- Unternehmen zurück.Da beschweren sie sich nicht. Also müßte doch jeder Unternehmer an einem guten Kreislauf des Geldes interessiert sein. Aber zuviel Wohlstand macht übermütig. Erst wenn den Unternehmen der raue Wind, z.B. in den "Bananenrepubliken" um die Nase pfeift, erinnern sie sich wieder an den sicheren Standort Deutschland, so wie Kinder an das "Hotel Mama".
Letztes Jahr besuchten wir Verwandte in Ungarn,in Szekesfehervar. Dort baute IBM eine riesige Firma auf.Die Menschen dort freuten sich über die Arbeitsplätze nur ganz kurz. Ex und hopp zog sich die Firma zurück,die Subventionen waren abkassiert, die Leute arbeitslos. Das funkelnagelneue Gebäude auf dem riesigen, eingezäunten Gelände stand im Frühjahr 2003 leer.Sehr geehrter Herr Dr. Wozniwski, wichtig wäre,Ihre Seiten, genauso wie die des Herrn Kreutzer, unter das Volk zu bringen. Machen Sie eine Zeitung daraus,ich verteile sie in unserer Region... Viele Menschen müßten sie lesen und in der Familie im Bekanntenkreis diskutieren. Sie beide sind so etwas wie Vordenker. Sie bringen die Gedanken von vielen Leuten auf den Punkt. Das kostet Zeit, die viele nicht haben oder sich nicht nehmen. Ich bin parteilos und meine das auch in Ihren Schriften zu erkennen.Wir Bürger hier in Deutschland haben etwas geschaffen. Wir hatten sechzig Jahre Frieden und Wohlstand. Den sollten wir uns durch diesen, von Ihnen so treffend beschriebenen modernen Feudalismus nicht zerstören lassen.Die Bäume wachsen nicht in den Himmel.Unsere Spitzenpolitiker würde ich samt und sonders als korrupt betrachten. Wer bei großen Unternehmen, die durch ihre Wirtschaftsmacht glauben auf unsere Politik Einfluß nehmen zu können, im Aufsichtsrat sitzt, muß sich immer entscheiden, für das Volk - die Allgemeinheit, oder für das Unternehmen das ihm ein Aufsichtsratsgehalt zahlt.Die Antwort heißt folgedessen: Wessen Brot ich eß' dessen Lied ich sing!!Ein Politiker, der von einem oder sogar mehreren Unternehmen Geld bekommt, kann nicht gegen dessen Interessen und für das Volk entscheiden. Hier stehen die Interessen gegeneinander, aus Habgier und Profitsucht.Und Spielsucht: Das große Global-Player-Spiel!! Wer in Reichtum hineingebohren oder hineingeerbt wurde,sich nie finanziell einschränken, mit dem Pfennig/Cent rechnen mußte, kann kein Empfinden für die Nöte und Sorgen der kleinen Arbeiter,Angestellten oder kleinen Beamten haben.Letztere müssen sich wenigstens z.Zt. keine Sorgen um ihre Pensionen machen, so wie die Rentner um ihre Rente. Damit haben wir auch die Antwort. Ich würde dem regierenden Kanzler ein Jahresfestgehalt von einer Million Euro zubilligen,den regierenden Ministern ebenso, aber entsprechend weniger.Dafür Streichung aller sonstigen Vergünstigungen und ganz besonders der Pensionen, wer soviel Geld verdient, kann für sein Alter privat vorsorgen. Mein Mann muß noch viereinhalb Jahre voll arbeiten gehen. Dann ist er 63 Jahre alt und kann eventuell mit voller Rente in den Ruhestand. Er hat dann incl.3 Lehrjahre 49 Jahr gearbeitet, davon 29 Jahre als Verputzer und Anstreicher, von seinem schwerverdienten Geld seine Rente s e l b s t bezahlt. Ich denke, er hat sich dann seine 950.- Euro Altersrente redlich verdient. Wenn es die dann noch in der Höhe gibt. Diesen Brief würde ich gerne an alle Politiker aller regierenden Parteien weiterleiten.Leider weiß ich nicht wie ich das per Internet bewerkstelligen kann. Ich bin da nicht so firm. Wenn Sie, Herr Dr. Wozniewski, eine Möglichkeit sehen,leiten Sie ihn weiter in meinem Namen oder geben sie mir Nachricht per Mail wie ich an die Adressen der Leute komme.Wenn die solche kritische Post denn lesen.
Freundliche Grüße Fam. Fürstenfelder

Name: Kurt Klemm Eingetragen am 23.02.2004 um 10:39:42
Homepage: -
Nichts als Neid???
Die Diskussion um die Besteuerung von Vermögen erlebt eine neue Blüte.
Doch die aus der Not geborene Idee, dort wieder vermehrt abschöpfen zu wollen, wo sichtbarer Reichtum zum fiskalischen Zugriff geradezu einlädt, wird völlig unangemessen behandelt.
Die Populisten "Pro" führen einen moralischen Feldzug für mehr Gerechtigkeit und die Populisten "Contra" übertreffen sich in Zynismus und Besserwisserei, wenn es darum geht, ihre grotesken Befürchtungen als schreckliches Menetekel an die Wand zu malen.

Dabei ist die Besteuerung von Vermögen eine uralte, womöglich die älteste Form einer Besteuerung, deren Höhe sich nach "objektiv meßbaren" Kriterien an der Leistungsfähigkeit des Staatsbürgers orientiert.
Mit Athens Demokratie, in der die Staatsaufgaben und damit unvermeidlich auch die Staatsausgaben ausgeweitet wurden, entstand ein fiskalisches System, das wiederkehrende Ausgaben, wie z.B. der Besoldung der Beamten, in einem Haushaltsplan erfasste, auf dessen Einnahmeseite über Pachteinnahmen, Zölle und Gebühren der Ausgleich gesucht wurde. Standen große Gemeinschaftsaufgaben an, wurden die wohlhabenden Bürger zur Deckung der Ausgaben herangezogen und kam es zu außerordentlichen Finanzierungsbedarfen, dann wurde von den 1.200 reichsten Bürgern eine Vermögenssteuer erhoben, deren Höhe vom jeweiligen Anlaß bestimmt war, durchschnittlich aber etwa 12% des Vermögens ausmachte. Wurde die Finanzsituation aufgrund außergewöhnlicher Notfälle noch prekärer, konnte sogar auf die Kassen der Tempel zugegriffen werden.
Heute ist die Besteuerung von Vermögen verpönt und ihre Erhebung wegen Ungereimtheiten in der Systematik, nicht wegen des Gegenstandes der Besteuerung, vom Verfassungsgericht praktisch verboten. Sie gilt als leistungsfeindlich und wachstumsschädlich und wer sich ernsthaft für die Besteuerung großer Vermögen einsetzt, muß sich Naivität vorhalten lassen, weil die Vermögenden doch immer Wege fänden, die Besteuerung zu umgehen.
Als probates Mittel, den Finanzbedarf des Staates einzuheben, werden heutzutage primär Einkommen und Verbrauch, Arbeit und Konsum besteuert. Das hat uns tatsächlich so weit gebracht, daß die nackte Existenz eines Menschen dem Fiskus schon die Gewähr für eine Steuermindesteinnahme bietet, weil kein Konsum, auch nicht derjenige, der als überlebensnotwendig angesehen werden muß, möglich ist, ohne damit Staatseinkünfte aus der Mehrwertsteuer zu generieren. Im Klartext: Jeder Bürger, der das Existenzminimum verbraucht, nur um am Leben zu bleiben, entrichtet mindestens pro Jahr 250 Euro an Mehrwertsteuer (wenn man durchgehend den verminderten Satz von 7% ansetzt). Ca. 80 Millionen Bürger garantieren dem Finanzminister also, durch nichts als die allermindesten Aufwendungen für ihr Überleben, ein jährliches Steueraufkommen in Höhe von 20 Milliarden Euro.
Wer die Hürde des nackten Überlebens genommen hat und ein Einkommen erzielt, das knapp oberhalb des Existenzminimums liegt, entwächst über kurz oder lang den schützenden Freibeträgen der Lohn- bzw. Einkommensteuer und wird, mit steigenden Einkünften auch immer mehr an der Finanzierung der Staatsaufgaben beteiligt. Ein sogenannter "Abhängig-Beschäftigter" kann sich der Lohnsteuer, die sein Arbeitgeber einbehalten muß, nicht entziehen und hat nur geringe Möglichkeiten im Rahmen des sog. Lohnsteuer-Jahresausgleichs oder durch die nachträgliche Einkommensteuererklärung steuermindernde Sachverhalte geltend zu machen.
Außerdem steigt, mit wachsendem Einkommen, nicht nur die Last der direkten Steuern progressiv an, auch die Last der indirekten Steuern steigt erheblich, weil der Fiskus von jedem ausgegeben Euro 13,8 Cent (16% Mehrwertsteuer) für sich beansprucht und bei Zigaretten, Benzin, Schaumwein, Alkohol usw. durch die darauf lastenden Sondersteuern sogar ein Vielfaches davon für sich abzweigt.
Mit diesem System und seiner Systematik haben wir - von der Eigenheimzulage bis zur Ökosteuer, von der Tabaksteuer bis zur Grunderwerbsteuer - vielfältige Möglichkeiten, staatlicherseits die Antriebskräfte allergrößter Teile der Bevölkerung mit fiskalisch-pekuniären Schmerz- und Glücksempfindungen zu manipulieren, ohne vorher Verständnis und Zustimmung für die zugrundeliegenden moralischen, sachlich- fachlichen oder auch nur weltanschaulichen Werte und Zwänge vermitteln zu müssen.
Im schmalen Budget der Familie des Angestellten, Beamten oder Arbeiters wird die Erhöhung der Steuer auf Benzin über kurz oder lang zu einer Reduzierung des Kraftstoffverbrauches führen. Ein staatlicher Zuschuß, vor allem wenn er zeitlich befristet ist, wird zu Investitionen bewegen, die sonst unterblieben. Das wichtigste an diesem System liegt aber darin, daß der Druck der staatlichen Lasten - solange das Gros der Staatseinnahmen aus der Besteuerung der niedrigen und mittleren Einkommen fließt - über den Transmissionsriemen der Tarifautonomie an Wirtschaft und Kapital herangetragen wird. Dieser Druck von unten wird in vielen, vielen Einzelverhandlungen, solange es die Ertragskraft der Wirtschaft erlaubt, genau den Mittelabfluß aus den Unternehmensgewinnen in die Lohntüten auslösen, der einerseits der Wirtschaft zuträglich ist und es andererseits der Gemeinschaft der besteuerten Bürger ermöglicht - ohne auf Besitzstände verzichten zu müssen - die Beträge aufzubringen, die der Staat benötigt.
Dies funktioniert nicht nur in Zeiten guter Konjunktur und prosperierenden Wachstums. Es funktioniert ebenso, wenn der Verteilungsspielraum, der in der Wirtschaft entsteht, kleiner wird. Denn dann wird über das geringere Wachstum von Löhnen und Gehältern auch der Widerstand der Bevölkerung gegen ein weiteres Anwachsen der staatlichen Forderungen steigen und damit dem Anspruch des Staates auf Steuereinnahmen eine Grenze setzen, die vom Staat in Form von Ausgabenkürzungen oder durch die Ausweitung der Verschuldung ausgeglichen werden muß.
Dieser überaus sinnvolle und wirksame Mechanismus müßte bei einer Verschiebung der steuerlichen Schwerpunkte, weg von Löhnen, Einkommen und Konsum, hin zu Vermögen und Kapitalerträgen seine Wirkung einbüßen - ein adäquater Ersatz ist nirgends in Sicht.
Zudem stellt sich auch bei der Besteuerung von Vermögen und Kapitalerträgen eine Gerechtigkeitsfrage. Immer unterstellt, ein Vermögen ist durch das Ansammeln ordnungsgemäß versteuerter Einkünfte entstanden, dann unterlag doch bereits der Erwerb des Vermögens einer Besteuerung, ein nochmalige Besteuerung angesammelter Einkünfte sei schon aus Gründen der Steuersystematik nicht hinnehmbar.
Und darüberhinaus hören wir immer wieder folgenden Argumente:
1. Strafsteuer für Sparsame
Es kann doch nicht gewollt sein, daß der Sparsame durch eine Steuer auf sein Vermögen bestraft wird, während Bruder Leichtfuß, der im Alter sowieso wieder der Allgemeinheit zur Last fällt, jegliche Einnahme sofort in sinnlosem Konsum verschleudert

2. Das Häuschen der Oma
Der Großvater hat geschuftet und sich Stein für Stein vom Munde abgespart, der Vater hat noch viele Jahre die Hypotheken abgetragen, das Dach repariert und die Garage angebaut und jetzt muß der Enkel verkaufen, um die Erbschaftssteuer bezahlen zu können.
3. Kapitalflucht
Die Besteuerung von Vermögen, so wird gewarnt, führt einerseits zur Verschleierung der wahren Vermögensverhältnisse womit die Aufwendungen für deren Aufklärung und für die Bewertung des Vermögens soviele Beamte beschäftigen würde, daß der Nutzen daraus kleiner sein würde, als der Aufwand und, ganz abgesehen davon, hätten die Vermögenden noch immer Wege gefunden, ihr Kapital außer Landes zu schaffen, was der inländischen Wirtschaft schadet und dem Finanzminister nicht hilft.
4. Neid
Jeder hat die Chance, sich ein Vermögen aufzubauen, wenn er nur sparsam ist, klug handelt, auch unternehmerische Risiken eingeht und überhaupt ein ehrenwertes Mitglied der Gesellschaft ist. Wer solche Vermögen durch Steuern praktisch enteignen wolle, sei nur neidisch und Neid sei nun eben mal kein guter Ratgeber, weder in steuerlichen, noch in anderen Angelegenheiten.
Alle dies Argumente haben einen verführerischen Charme, doch sie machen blind für den herausragendsten Makel aller großen Vermögen:
Vermögen, die einen bestimmten Wert übersteigen, können nur dadurch entstanden sein, daß es dem Eigentümer gelungen ist, über lange Zeit und/oder in vielen Fällen und/oder in ganz spektakulärem Ausmaß nach Steuern soviel Gewinn behalten zu dürfen, daß dies, stellte man die - bei uns á priori gegebene - Legitimität beliebig hoher Gewinne aus wirtschaftlichen Transaktionen einmal in Frage, zumindest als Wucher, wenn nicht gar als Betrug oder Diebstahl angesehen werden müßte.
Dabei geht es nicht alleine um die Frage, ob ein vom Kunden geforderter Preis (z.B. für Strom, z.B. für Brot) noch akzeptabel sei. Es geht nicht allein um die Frage, mit welchen perfiden psychologischen Tricks die Werbung in Kinderköpfe gehämmert wird, um die Kinder als willfährige Erpresser ihrer Eltern dazu einsetzen zu können, den gewinnbringenden Absatz völlig wertloser und beliebig unsinniger Produkte anzukurbeln.
Es geht auch um die Frage, wie es gelungen sein kann, den Weg von der Urerzeugung über vielfältige Bearbeitungs- und Transportschritte bis zum Abgabepreis des Zulieferers so zu gestalten, daß der große Teil des Mehrwerts nicht dort entsteht und verbleibt, wo auch der größte Aufwand menschlicher Arbeit lag, sondern da, wo nur noch in kühler, spekulativer Abwägung, in der Entscheidung eines kleinen Viertelstündchens, alleine mit der Auswahl des am rentabelsten erscheinenden Projektes, der Gewinn abgezogen wird.
Es geht genauso um die Frage, unter welchen im Kostenoptimum hergestellten Arbeitsbedingungen die Mitarbeiter verpflichtet sind, ihre Arbeit gegen einen knappen Lohn zu tauschen. Um die Frage, wie daraus die Lebensbedingungen und Entwicklungschancen von Familien, von ganzen Stadtviertel und sogar von Städten, die sich aus einseitiger Abhängigkeit nicht lösen können, beeinträchtigt wurden.
Es geht um die Frage, wie der aufgehäufte Reichtum hier mit dem vielfachen Mangel anderswo korrespondiert und wer darauf ernsthaft antworten will, die Armut sei Zeichen von Faulheit und Dummheit und Reichtum sei Zeichen von Arbeit, Fleiß und Leistung, der lügt.
Reichtum, Vermögen, Kapital, wie auch immer man es nennen will, wenn sich die Verfügungsgewalt über Grund und Boden über Produktionsmittel und über die Luxusgüter dieser Welt allzu kräftig in einer Hand konzentriert, bleibt - wenn auch legal erworben - so doch moralisch immer in der Hauptsache das Resultat der unangemessenen Aus-Nutzung vorteilhafter Positionen und damit einer unzureichenden, freiwilligen Wahrnehmung sozialer und gesellschaftlicher Verantwortung.
Wer dies verurteilt, ist kein Neider.
Wer das legal erworbene Super-Vermögen als das Resultat von Fehlfunktionen unseres Wirtschaftssystems begreift, darin den offensichtlichen und unbestreitbaren Beweis für das Fehlen, die Unschärfe oder die unzureichende Kontrolle von Gesetzen und Verordnungen erkennt und in einer Steuer auf Vermögen die ultima ratio des Gerechtigkeitsaspektes in der Steuersystematik sieht, denkt so falsch nicht.
Auch die oben erwähnten populären Argumente gegen die Versteuerung von Vermögen prallen, wie ich hier kurz ausführen möchte, wirkungslos an dieser Erkenntnis ab.
Erstens "Bestrafung des Sparsamen"
Wirklich großes Vermögen kann nicht durch Sparsamkeit alleine entstehen.
Beweis:
Meine Mutter und Millionen anderer sparsamer Hausfrauen.

Außerdem ist es der Konsument, der den Fiskus mit Verbrauchssteuern füttert. Wer Geld zum Sparen erübrigen kann, ist ohne jeden Zweifel gegenüber dem, der es ausgegeben hat, steuerlich bereits erheblich entlastet.
Zweitens "Der Griff nach Omas Häuschen"
Um ein nennenswertes Aufkommen aus der Besteuerung von Vermögen zu erzielen, muß niemand an das Häuschen der Oma denken.
Das ist doch kein Vermögen! Schon gar kein Vermögen, das durch unzureichende Wahrnehmung sozialer und gesellschaftlicher Verantwortung entstanden ist. Stellen wir die Diskussion vom Kopf auf die Füße und fragen uns:

Gibt es irgendeinen Grund, ist irgendein tieferer Sinn darin zu erkennen, daß ein Mensch/eine Familie ein Vermögen von mehr als 1 Milliarde Euro sein eigen nennen soll?
Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund dafür.
Außer dem vielleicht, daß er mit diesem Geld durch Spenden, gemeinnützige Stiftungen, soziale und kulturelle Einrichtungen usw., usw. der Allgemeinheit dienen würde. Daran wird ihn niemand hindern. Das kann er gerne auch steuermindernd gegenrechnen, bis zur Steuerlast "null". Gar kein Problem.
Würde man den Teil jedes Vermögens, das diese gigantische Summe von 1 Milliarde Euro übersteigt, mit jenem Steuersatz von 12 %, wie er im alten Athen den 1.200 Reichsten abverlangt wurde, besteuern, dann könnte kein Reicher dadurch wirklich arm werden, bei einem Freibetrag von 1 Milliarde Euro.

Aber in der Bundesrepublik Deutschland stünde ein zusätzliches Steueraufkommen in Höhe von etwa 17,5 Milliarden Euro pro Jahr zur Verfügung.
Anders herum: In Deutschland gibt es ungefähr 75 Euro-Milliardäre mit einem Gesamtvermögen von über 220 Milliarden Euro. Wer muß da noch das Häuschen der Oma besteuern, wenn jeder dieser Superreichen über ein Vermögen verfügt, das sich Otto Normalbürger nichteinmal vorstellen kann, wenn man ihm sagt, daß er zwanzig Jahre lang, Woche für Woche drei Millionen Euro im Lotto gewinnen müßte, um jene drei Milliarden aufhäufen zu können, die als das durchschnittliche Vermögen jener 75 Superreichen ermittelt wurden.

Drittens "Kapitalflucht"
Die Unmöglichkeit der Durchsetzung der Besteuerung ist die lächerlichste Ausflucht derjenigen, die alleine schon die gedankliche Auseinandersetzung mit der Thematik scheuen.
Lassen wir die viel zu hoch gegriffene Annahme gelten, die neulich durch die Medien geisterte, daß nämlich für die Erhebung der Vermögen und die Eintreibung der daraus folgenden Steuer ein Heer von 300.000 Finanzbeamten benötigt würde.
Die Personalkosten wären mit durchschnittlich 50.000 Euro pro Kopf sicherlich gut geschätzt, in Summe wäre also mit einem zusätzlichen Personalaufwand von etwa 15 Milliarden Euro zu rechnen, um insgesamt 17,5 Milliarden Steuern einzutreiben. Der Netto-Effekt wäre mit 2,5 Milliarden Euro vielleicht nicht besonders groß, aber deswegen muß niemand an höhere Sätze, niedrigere Freibeträge oder gar an die völlige Aufgabe des Vorhabens denken. 300.000 zusätzliche Steuerbeamte mehr, das sind gleichzeitig 300.000 Arbeitslose weniger, das spart 5,5 Milliarden Arbeitslosengeld. Es gibt 300.000 Steuer- und Beitragszahler mehr, was Lohn- und Einkommensteuer von rund 4 Milliarden und Sozialversicherungsbeiträge von weiteren 3 Milliarden einbringt. Vom Mehrertrag bei der Mehrwert-, Öko-, Mineralöl- und Schaumweinsteuer ganz zu schweigen und völlig außer Acht gelassen, daß 300.000 zusätzliche Finanzbeamte auch viele neue Arbeitsplätze in Industrie, Handel und Dienstleistungsberufen nach sich ziehen würden.
Sage also niemand, es lohnte sich nicht!
Dabei bin ich der Meinung, daß zur Erfassung und Bewertung der Vermögen von 75 Familien ein Beamtenheer von 10.000 Menschen völlig ausreichen würde, über 300.000 müßten wir allenfalls sprechen, wenn es wirklich um die Vielzahl kleiner Vermögen, von 500.000 Euro aufwärts, ginge - was völliger Unsinn wäre.
Außerdem, was heißt hier Kapitalflucht?
Wer mit dem Kofferraum voller Geldscheine in die Schweiz fährt, um sein Schwarzgeld dort zu deponieren, der entzieht sich der Besteuerung. Was soll's?
Das Geld war auch vorher nur im Safe oder unter dem Bett gebunkert. Der Wirtschaft also entzogen.
Daß jemand, wegen der Vermögenssteuer, seine Fabriken in Deutschland verschrotten und in Luxemburg neu aufbauen würde, daß jemand seinen Grundbesitz in Bayern veräußern und dafür Land in Argentinien kaufen würde, ist nicht zu erwarten. Das funktioniert nicht. Wer lieber im Ausland investiert, als im Inland, der tut das unabhängig von einer Steuer auf Vermögen.
Die Frage ist einzig, ob derjenige, der keine Lust hat, als deutscher Staatsbürger für sein weltweit verstreutes Vermögen in Deutschland Steuern zu zahlen, ernsthaft daran denken würde, die deutsche Staatsbürgerschaft aufzugeben und nach Brasilien, Montevideo oder Singapur auszuwandern. Solange er das nicht tut (und auch mit der Vermögenssteuer wird die deutsche Staatsbürgerschaft eine der attraktivsten der Welt bleiben) sollte ihm der deutsche Fiskus nachspüren und die Steuern vom Vermögen einfordern. Bei Spitzensportlern und deren Einkommensteuer geht das ja auch.
Und, Kapitalflucht hin, Kapitalflucht her, wir sollten immer daran denken, daß im Zweifelsfall weniger als 100 Vermögen betroffen wären. Alle anderen - und die meisten Reichen werden die Milliarde Euro Vermögen nie erreichen - können fröhlich weitermachen, wie bisher. Und genau das werden sie tun. Sie werden vielleicht sogar froh sein, wenn die übergroßen Hechte aus dem Teich verschwinden, weil sich dann endlich eine neue Vielfalt entwickeln kann!
Viertens "Nichts als Neid"
Wir haben gesehen, daß es nicht Arbeit, Leistung, Sparsamkeit ist, sondern ein mit Gesetzen nicht zu behebendes Defizit in der Wahrnehmung sozialer und gesellschaftlicher Verantwortung, was zur Aufhäufung von Supervermögen führt. Wir können daraus schließen, daß es gute Gründe gibt, die für die Wiedereinführung der Vermögenssteuer sprechen. Doch selbst wenn das Motiv für die Einführung der Vermögenssteuer nichts als der blanke Neid wäre: Das Motiv ändert nichts am Ergebnis. So wie bei der Verhaltensmanipulation im Rahmen der Besteuerung kleiner Einkommen auch.

Name: Kurt Klemm Eingetragen am 19.02.2004 um 17:20:05
Homepage: -
Tja Doc Wo, mein Statement zu Ihren jederzeit nachvollziehbaren und wichtigen Anstößen hat immer den gleich Wortlaut. Wir werden es den Reichen nicht nehmen können und wollen, wir werden es nur über den Steuer-Steuerungshebel bewerkstelligen.
Die leeren und halbvollen Tanks des Konjunkturmotors müssen gefüllt und nicht die vollen Tanks erneut zum Überlaufen gebracht werden, dann springt auch der Konjunkturmotor wieder an.
Bei Tanks, die überlaufen verdampft oder verbrennt der Konjunkturtreibstoff – wie häufig geschehen.
Wir brauchen eine wesentlich breitere Einkommens- und Vermögensstreuung und nicht erneut eine Übersättigung der Satten durch eine Steuerreform, die oben wieder großzügig und unten mager bedient !
Der Mittelstand wartet auf Kunden und nicht auf Steuererleichterungen für Steuern, die er gar nicht zahlt

Wer das nicht verändert, wird gar nichts verändern
Wer das nicht kapiert, hat gar nichts kapiert

Dank und beste Grüße von Kurt

Name: alberto Eingetragen am 21.12.2003 um 01:52:12
Homepage: http://akleffmann.bei.t-online.de
Korrektur d. Links

Name: alberto Eingetragen am 21.12.2003 um 01:45:59
Homepage: http://akleffmann.bei.t-online.de
Ihre Schrift »Wohlstand für alle« nach einem gleichnamigen Titel von Ludwig Erhard

beginnt mit der Frage

»Warum gibt es so viele Konkurse und so viele Entlassungen in Deutschland? Müssen Arbeitnehmer auf Gehaltserhöhungen verzichten, damit die Konjunktur besser läuft?«


Erlauben Sie, daß ich die Gegenfrage stelle: Wie beurteilen Sie die
statistische Kurve im Vergleich?

Ich wünsche allen ein frohes Fest und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2004. a


Name: J. Klinger Eingetragen am 15.09.2003 um 19:44:20
Homepage: Meudalismus?
Nun, in der Analyse fast 100% Zustimmung. Nur befinden wir uns nicht doch im Prozess der organisatorischen Umsetzung einer Plutokratie, die meinem Wissen nach immer Vorläufer feudalistischer und autokratischer Regime ist. Verwunderlich nur, dass es ausgerechnet Sozialdemokratisten sind, die das so vehement voran treiben. Wäre es nicht so "abgedreht", man könnte die Gruppe Schröder in Berlin für eine plutokratische Avantgard halten. Als SPD-Mitglied frage ich mich inzwischen, welchen Grad intellektueller Retardierung wir eigentlich erreichen müssen, um diesem Treiben noch länger sprachlos zuzusehen. Mir persönlich jedenfalls reicht es und man wird mich in Hamburg öfter im Distrikt (Ortsverein) und darüber hinaus bemerken. Deine Ausarbeitungen werde ich unter dem Arm haben.
Jürgen Klinger

Name: Christof Eingetragen am 03.09.2003 um 18:11:03
Homepage: -
Die neue RAF wird kommen, schon bald, schließlich hat Friedrich Merz vor einigen Wochen einen heißen Herbst 2003 angekündigt. Ich hoffe er wird ihn bekommen!

MfG Christof

Name: M.Weil Eingetragen am 28.08.2003 um 21:40:36
Homepage: -
Ich frage mich nur,warum sich die Menschen nicht wehren.Geht es zu vielen noch zu gut ? Oder werden es einzelne sein in Form einer neuen RAF ?

Name: Kappis Albrecht Eingetragen am 05.08.2003 um 10:59:27
Homepage: -
Lieber Harald,

ohne Zweifel verfolgst Du ein interessantes Zukunftsthema. Ich bin noch stark mit Cross Border Leasing beschäftigt, also mit etwas, das im höchsten Maße Gegenwart ist. Sobald ich kann, werde ich Dein Thema aufgreifen und Möglichkeiten durchdenken, wie ich Dir, hoffentlich "wirksam", in irgendeiner Form zuarbeiten können.
beste Wünsche

Albrecht

Name: Joachim Reh Eingetragen am 01.08.2003 um 07:28:15
Homepage: -
Nettes Forum hier. Aber wer hört auf die da unten?
Probleme lösen sich immer biologisch. Auch ich kann bald nicht mehr gegenargumentieren, weil die Probleme zu viele werden, um ständig dagegen zu wettern. Irgendwann gibt jeder auf und das wissen die da oben. Populismus kommt eben an bei den jungen Wählern.

Name: Margaux Eingetragen am 30.07.2003 um 21:25:24
Homepage: -
Sehr geehrter Herr Wozniewski!

Die Darstellung des Problems der immer stärker auseinander klaffenden Schere zwischen einigen wenigen Reichen und der Masse der Armen ist ihnen sehr gut gelungen. Insbesondere die Graphiken waren sehr hilfreich. Ich engagiere mich bei attac-Bonn und werde dort bei der nächsten Plenumssitzung ihre Homepage weiterempfehlen. Ihnen ist es gelungen ein komplexes Problem einfach und verständlich darzustellen und nur so ist der "Mann auf der Strasse" zu erreichen.

Manager fahren Unternehmen gegen die Wand, setzen tausende Arbeiter auf die Strasse und kriegen dafür Millionen an Abfindung. Auf der anderen Seite werden Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose immer mehr als Sozialparasiten dargestellt. Unsere Gesellschaft verliert immer mehr ihre moralischen Maßstäbe und ersetzt sie durch einen vulgären Materialismus. Unsere Demokratie degeneriert immer mehr zu einer Plutokratie, dagegen muss etwas unternommen werden, selbst wenn es bedeutet gegen Windmühlenflügel zu kämpfen!

Also vielen Dank nochmals für die komoetente und überzeugende Darstellung der Thematik!

MfG Christof Schadt

Name: WernerHuster Eingetragen am 24.07.2003 um 12:59:25
Homepage: -
Sehr geehrter Herr Wozniewski,

Weshalb machen Sie hier nicht ein eigenes Forum auf?

Sie haben zwar Foren genannt, aber es gibt derzeit auch eine neoliberale Präsenz in den foren, welche nicht der Bevölkerung gleichzusetzen ist, sodass derzeit ein Bedarf besteht Foren zu eröffnen, in denen auch Gegenpositionen bezogen werden können.

Name: Klaus Kreuzer Eingetragen am 30.06.2003 um 12:05:00
Homepage: -
Mir geht dieser typisch-deutsche Neid gegenüber Reichen und "Superreichen" ehrlich gesagt stark auf den Geist - dieses Land ist nicht durch Kollektivismus, sondern durch den Kapitalismus (mit all seinen Schwächen) zu dem geworden, was es heute ist. Gäbe es keine Möglichkeit, durch harte Arbeit, Erfindungsgabe und Cleverness reich zu werden, sprich: sich dem Wettbewerb zu stellen, wo wäre diese BRD der Firmeninhaber, der Gründer? Da wo sich heute die ehemalige DDR und die übriggebliebenen kommunistischen Länder befinden - im Nirvana oder in der Auflösung begriffen, mit den miserabelsten Lebensbedingungen auf diesem Globus. Kapitalismus ist allemal die beste aller schlechten Formen, da beißt die Maus keinen Faden ab. Bald 5 Mio Arbeitslose, die immer weiter klaffendere Schere zwischen Reich und Arm: unbestritten die Schuld völlig unfähiger Regierungen (ob rot oder schwarz), deren "Volksvertreter" sich im Bundestag inzwischen aus 75% Beamter zusammensetzen, die in ihrem gesamten Leben das Geld anderer zum Fenster hinauswarfen, sich gleichzeitig den größten Selbstbedienungsladen Deutschlands aufbauten und nichts unversucht lassen, auch noch die letzte profitable Firma aus diesem Land hinauszukomplimentieren. Vielleicht spricht man einmal über die Gesamtsteuerbelastung eines dieser Superreichen - die tragen reichlich dazu bei, Hr. Eichels Steuersäckel zu füllen. Es würde mich mal interessieren, wieviele Milliarden die Berliner Filzokratie im eigenen bürokratischen Wasserkopf davon verbraucht, für nichts und wieder nichts.
Lest mal den Bericht des Bundes der Steuerzahler, der ist allemal interessanter als "Armuts- und Reichtumsberichte"...
kk

Name: Dirk Gerhardt Eingetragen am 12.06.2003 um 08:05:21
Homepage: -
Hallo Herr Wozniewski!

Ich habe sie länger nicht mehr bei WO gesehen, deswegen hier eine tolle Quelle, die sie vielleicht verwenden können:

http://www.huppi.com/kangaroo/8Comparison.htm

Sie zeigt vor allem, wie sehr die USA den Weg der Nilpolitik schon vorangeschritten sind, und das die neoliberale Wirtschaftpolitik absolut keine Heilslehre sein kann!

Zum Vorbeitrag: Enteignung ist das absolut falscheste Mittel, wer einmal Karl Walker, "Das Geld in der Geschichte" gelesen hat, welches unter www.geldreform.de als Volltext zum lesen bereitsteht, würde erkennen, warum dies nicht funktionieren kann. Ich weiß jetzt nicht ob es Rom oder Griechenland war, in dem man alle Reichen aufköpfte und mit ihrem Geld die Kassen sanieren wollte, man stellte aber nur fest, das dies das wirtschaften noch mehr gefährdete und den Untergang beschleunigte, warum sollte jemand arbeiten wenn man alles weggenommen bekommt?

Ich bleibe dabei, der Fehler ist nicht nachgelagert zu beheben, sondern nur in dem man den Mechanismus der Geld sich selbst vermehren läßt ( bzw. andere dafür zur Arbeit zwingt ) stoppt! Meine Stichworte bleiben Freiwirtschaft, Humanismus, Matriarchales Denken!

Dies sind IMO die Schlüssel zu einer gewaltärmeren, gerechteren, altruistischen Gesellschaft!

MfG

Dirk Gerhardt, Sitting-Bull

Name: b. vogel Eingetragen am 03.06.2003 um 13:43:53
Homepage: -
ich finde es schade, dass wir in einer gesellschaft leben, in der es noch armut und obdachlosigkeit gibt, während andere aus langeweile 5 autos oder jachten haben. ich finde, die jugend sollte vielmehr unterstützt werden. welcher schüler kann sich heutzutage noch etwas leisten?? barfög, dass gibt es nur für arme. aber wann ist man arm genug?
feudalismus ist also nur gut für die reichen...

Name: Doris Cope Eingetragen am 15.05.2003 um 19:07:06
Homepage: -
Sehr geehrter Herr Dr. Wo..!
Vielen Dank für die Zusendung Ihres sehr, sehr interessanten Aufsatzes und die klaren und deutlichen Grafiken. Dass das liebe Geld sich immer nur auf eine Seite schlägt, ist nichts neues, zumal es sich leider (wie die Karnickel) tatsächlich fast von selbst vermehrt, wenn einmal ein bestimmtes Volumen erreicht ist. Der Vergleich mit den Karnickeln hinkt allerdings, da es ja keine wirkliche Vermehrung ist, die da stattfindet, sondern nur eine Umschichtung. Und damit wären wir wieder bei der Frage: was tun? Da wir ja über den Leserbrief im "Vorwärts" zum Thema Agenda 2010 in Kontakt gekommen sind, möchte ich dazu noch ein wenig Stellung nehmen. Mir scheint, dass es Zeit ist, die "Amigos" in "Die Unberührbaren" umzutaufen. Denn, sollte es nicht so sein, dass endlich mal dort zugepackt wird, wo auch etwas zu holen ist? (Um es mal so derb und leicht verständlich auszudrücken). Hat man vielleicht Angst, es sich mit "den Geldigen" zu verderben, oder liegt es einfach daran, dass es so viel einfacher ist, Abzüge, Abgaben und dergl., die vom Lohn schon abgezogen sind, bevor man überhaupt den Gehaltsstreifen in Händen hält, abzuändern respektive zu erhöhen? Bei den Arbeitern, Angestellten, DEM VOLK!, gibt es keine Steuer-Schlupflöcher, keine Auslandsgeschäfte, die genug Verlust garantieren, so dass man hier als armer, Besitzloser im Penthouse wohnen kann und mit dem schicken Cabrio zum Schicki-Micki-Restaurant zum Essen fährt.
Mit einer Lösung für das Problem kann ich leider nicht aufwarten. Ich fürchte, alles was ich dazu beitragen könnte, würde laute Schreie, wie etwa "Enteignung, Enteignung!!" hervorrufen. Als vernünftiger Mensch habe ich natürlich kein Problem damit, dass es immer Menschen geben wird, die mehr besitzen als ich. Mein Problem liegt darin, dass ich die Ungerechtigkeit, Selbstherrlichkeit und vor allem die maßlose Gier mancher Besitzenden, die für ihren Wohlstand oft genug noch nicht einmal einen Finger gerührt haben (dafür hat man ja "Bodys")nicht akzeptieren kann und will.
In diesem Sinne
von der ewigen "linken 68erin"
Gruß aus Bayern
Doris Cope

Name: Dirk Gerhardt Eingetragen am 11.05.2003 um 12:56:20
Homepage: -
Sehr geehrter Herr Dr. Wozniewski,

mit Interesse habe ihren Bericht zum Modernen Feudalismus gelesen. Ich habe ihn auch gleich noch einer größeren Leserschaft kopiert in das www.wallstreet-online.de Politikforum.

Ich finde, sie beschreiben die Dinge recht gut.

Ich habe allerdings Zweifel an ihrem Lösungsvorschlag- eine Begrenzung der Vermögen mit künstlich gesetzten Marken wäre kontraproduktiv, und außerdem nur ein herumdocktern an den Symptomen der Zinswirtschaft.

Weil aber Kapital wie Wasser sich immer einen Weg bahnt, ist es IMO zum scheitern verurteilt.

Warum nicht, wie in den Thesen der Freiwirtschaft gefordert, den Mechanismus des Geldselbstvermehrens erschweren, denn dieser ist doch das eigentliche Problem.
Man erreicht dies mit künstlichen Durchhaltekosten für alle Arten des Geldes, es ist wie eine Nutzungsgebühr, die Geld altern läßt und sich eben nicht selbst vermehren läßt.
Der Jokervorteil des Geldes wäre dahin, es würde wieder seiner Funktion als Tauschmitteläquivalent zugeführt. Außerdem könnte diese seignorage eine sehr gerechte Steuer sein!

Ich habe leider nicht die Zeit hier alle Beiträge zu lesen, deshalb weiß ich auch nicht inwieweit sie über die Seiten der Freiwirtschaft informiert sind, deswegen poste ich die hier mal:

www.systemfehler.de
www.holis.de
www.freiwirtschaft.de
www.inwo.de
www.geldreform.de
www.geldreform.net
www.futuremoney.de
www.geldcrash.de
www.bessereweltlinks.de
Schöne Grüße nach Karlruhe aus Hamburg, aus Ihrer Stadt entführe ich demnächst meine Holde! ;-)


Dirk Gerhardt
alias Sitting Bull

Name: U.Richter Eingetragen am 23.04.2003 um 01:59:32
Homepage: -
Sehr geehrter Herr Wozniewski,
ihre Ausführungen sind sehr interessant.Nur sind ihre Argumente nicht neu. Marx und Engels haben darüber nachgedacht und konsequent gehandelt: sie haben den Sozialismus erdacht und er wurde praktiziert.Erfolg gleich null! Die Frage ist: Warum.Die Antwort ist relativ einfach. Wie schon Marx formulierte ist die Triebkraft der Wirtschaft nicht die soziale Verantwortung, sonderndie Habgier und Macht.Dies ist leider auch so, wenn die Güter verteilt sind.Wenn alles Kapitalverteilt ist, gibt es nicht 500 habierge Superreiche, sondern 80 Millionen(Deutschland), d.h jeder versucht den andern zu übervorteilen! dASführt zu einer chaotischen jeder gegen jeden Witschaft in der nichts funktioniert.Auch die rigidesten Strafandrohungen konnten dies im Sozalismus nicht verhindern. Koruption,Seilschaften und Vetternwirtschaft waren dort an der Tagesordnungen.Also war der Sozialismus keine Lösung, denn alle wollen für ihreArbeit immer mehr,ohne Rücksicht auf den Erfolg.Sicherlich hat der Sozialismus ein Auskommen für alle geschaffen, aber auf welchem Niveau!Armut für alle,durch Misswirtschaft.Der Großunternehmer ist zwar kein uneigennütziger Wohltäter, aber er ist fähig ein funkitonierendes Unternehmen zu schafen,das funktioniert und Mehrwerte schaft.Eine Lösung in ihrem Sinne könnte folgendermaßen aussehen.Eine reiche Frau, wie Herr Albrecht, sollte dazu ermutigt werden, seine Fähigkeiten und seine Macht für die Förderung der Unterprivilegierten einzusetzen.Könnte ein Herr Albrecht seine Steuern in ein soziales Unternehmen stecken und es selber leiten, würde bei seiner Genialität ein fantastische Sache rauskomen.Nicht die Reichen beneiden und diskriminieren, sondern sie verpflichten ein Teil ihres Vermögens für die Allgemeinheit einzusetzen.Es gab ja Reiche die privaten Sozialismus wollten, sie sind gescheiter-siehe Foto Porst. Er hat den Fehler gemacht zu glauben,seine Angestellten hätten die selben Fähigkeiten wie er.Die soziale Verantwortung der Reichen muß geweckt werden! Wie wäre es mit einer Hitparade des sozialen Engagements der Superreichen. Jedes Jahr wird von ein Institution(siehe Nobelpreis) ein Orden verliehen für das beste soziale Engagemnet?? Im heutigen System hat der Reiche nur drei Möglichkeiten seinen Gewinn zu verwenden`:1)in sein Unternehmen zu investieren-eine recht gute Lösung 2)es einer Bank zu geben-eine schlechte Lösung, da er die Kontrolle verliert. Banken haben viele geldgierige Kunden, und sie sind aus diesem Grunde selber geldgierig.3)er hortet das Geld-das ist die schlimmste Lösung, da es der Wirtschaft entzogen wird.Kunstwerke,Schlösser und Goldbarren bringen nichts.Zu 1) möchte ich noch folgendes hinzufügen:ein Pleiteunternehmen aufzukaufen und es wieder rentable zu machen, hat hohen sozialen Stellenwert.Selbst wenn von 30 000 Angestellten 200 entlassen werden, bleiben immer noch 28000 in Arbeit.Aber nur die besten der besten schaffen das.
Ich würde gerne an einer richtigen vernüftigen persöhnlichen Diskussion teilnehmen.
Ich bin übrigens auch recht vermögend-habe mich aber immer persöhnlich mit Geld und Tat für soziale Dinge eingesetzt.
Mit freundlichen Grüßen
U.Richter

Name: Joachim Müller Eingetragen am 31.03.2003 um 23:51:23
Homepage: http://mitglied.lycos.de/extrablatt2004
Sehr geehrter Herr Doktor Wozniewski,
zunächst vielen Dank für den Eintrag in meinem Forum. Leider komme ich erst jetzt dazu, zu antworten, da ich kaum noch Freizeit habe.
Doch nun zu meinem Eintrag:
Ihre Internetseite ist ausgesprochen informativ, belebt die politisch-wirtschaftliche Diskussion und regt zum Denken über Alternativen zum momentan vorherrschenden selbstzerstörerischen System an. Man sollte eine regelrechte Diskussion anstreben, um Alternativen auszuarbeiten und diese einer breiten Öffentlichkeit vorzutragen. Vielleicht könnten ja Ansätze erdacht werden, um etwas Neuem, Gerechterem, Platz zu schaffen.

Gruß

JM

Name: Laubis Eingetragen am 26.02.2003 um 21:50:52
Homepage: www.Self-Go.Org
Was hier als moderner Feudalismus bezeichnet, ist für mich ein etwa 200 Jahre alter Kapitalismus.
Sicherlich erinnert einem vieles an den Feudalismus, weil die private Verwaltung von Bildung, Gesundheit, Justiz, Post, Verkehrswege und anderer Gemeinschaftsaufgaben auch im Feudalismus üblich waren.

Jetzt aber wird das Privateigentum an Produktionsgütern in Form von Kapitalgesellschaften organisiert.
Das moderne Abgabensystem weckt allerdings nur wenig Erinnerungen an den Feudalismus.
Damals mussten die Untertanen wenigstens den Zehnten an die Obrigkeit abführen.

Aber wieviel bezahlen die Kapitaleigner heute an die Allgemeinheit?

Die Vermögenssteuer wurde abgeschafft und die Gewerbekapitalsteuer und die Lohnsummensteuer.
Die Einkünfte aus der Körperschaftssteuer sind im Jahre 2001 in Deutschland um über 90 % auf weniger als 2 Milliarden Euro gesunken.
Die verbleibende Gewerbeertragssteuer wird nicht von den Kapitaleigentümern, sondern von sogenannten juristischen Personen erhoben.

Die Kapitaleigentümer treten steuerrechtlich erst in Erscheinung, wenn sie etwas für private Zwecke der juristischen Person entnehmen möchten.
Falls sie dann nicht genügend Abschreibungsobjekte haben oder Verluste beziehungsweise Verlustvorträge aus zusätzlichen Personengesellschaften vorweisen können, oder ihren Wohnsitz nicht in eine Steueroase verlegt haben, müssen sie tatsächlich Steuern bezahlen.
Es ist dann von sekundärer Bedeutung, ob sie 0,0% oder mehr an direkten Steuern bezahlen.

Deshalb wird Verteilungsgerechtigkeit ohne Steuergerechtigkeit für immer eine Utopie bleiben.

Ich finde es super mit wieviel Grafiken auf dieser Homepage das Problem der Ungleichheit dargestellt wird.

Auf meiner Homepage werden noch andere Auswirkungen des jetzigen (Steuer-)Systems ebenfalls mit vielen Grafiken dargestellt.